Drei medizinische Hospitantinnen und ein Stipendiat aus Simferopol sind zurzeit Gast der Lautenschläger-Stiftung in Heidelberg

Von Karla Sommer

„Wir waren zwar am Anfang sehr aufgeregt, aber der warmherzige Empfang in Heidelberg hat uns sehr geholfen.“ Dr. Svitlana Serdivk, Oberärztin für Chirurgie an der Kinderklinik in Simferopol, spricht auch für ihre beiden Kolleginnen, Dr. Olena Dubova, ebenfalls Kinderchirurgin, und Dr. Ksenia Birivkova, Fachärztin für Anästhesie und Intensivpflege.

Alle drei sind auf Einladung der Lautenschläger-Stiftung zu Gast an der Heidelberger Kinderklinik und kommen da manchmal aus dem Staunen nicht heraus. Das erzählen sie bei einem lockeren Treffen, an dem neben der Vorsitzenden des Freundeskreises Heidelberg-Simferopol, Magdalena Melter, dem Ärztlichen Direktor der pädiatrischen Kardiologie an der Kinderklinik, Prof. Matthias Gorenflo, und der dortigen stellvertretenden Pflegedienstleiterin, Doris Verveur, auch Mäzen Manfred Lautenschläger teilnahm.

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Manfred Lautenschläger (3. v.r.), Prof. Matthias Gorenflo und Doris Verveur (hintere Reihe, links daneben) begrüssten in der „Olive“ Ärzte und Studenten aus Simferopol: Svitlana Serdivk, Olena Dubova, Ksenia Birivkova, Evgeniy Tsyganenko. In der Mitte vorne: Magdalena Melter, die Vorsitzende des Freundeskreises Heidelberg-Simferopol. Foto: Hoppe

Gestaunt wird vor allem über die medizinische Ausstattung, aber auch über neue Methoden und Techniken, die an der Angelika-Lautenschläger-Klinik praktiziert werden. Die hat entsprechend dem Vorbild der schon bestehenden Frauenklinik-Partnerschaft zwischen den beiden Städten Heidelberg und Simferopol vor einem Jahr einen Kooperationsvertrag mit der ukrainischen Kinderklinik abgeschlossen – zum Wohl der kleinen Patienten der Hauptstadt der autonomen Republik Krim, wo im medizinischen Bereich die Versorgung noch sehr veraltet ist.

Svitlana Serdivk klagt darüber, dass es in der Kinderchirurgie „keine richtigen Instrumente gibt.“ So musste sie sich neulich sogar für eine Operation eine Flachzange im Heimwerkermarkt kaufen. Umso größer ihre Begeisterung beispielsweise über die Lupenbrille, mit deren Hilfe hier die kleinen Patienten operiert werden.

So wissbegierig, wie sich die drei Medizinerinnen in der Kinderklinik zeigen, so groß ist auch die Begeisterung der Gastgeber. Professor Gorenflo, der die 27-jährige Fachärztin Ksenia Birivkova in seinem Bereich der Kardiologie erlebt, freut sich über das große Interesse und die Motivation, die alle drei Hospitantinnen auszeichnet. Sie fotografieren alles, was für sie interessant ist, und sind froh, dass ihre Fragenimmerundgern von ihren deutschen Arztkollegen beantwortet werden. Überstunden hier, aber auch in der Ukraine sind für die Medizinerinnen kein Problem – in ihrer Heimat bei einem Hungerlohn von umgerechnet rund 150 Euro im Monat.

Angetan vom Engagement der Ukrainerinnen und deren Leidenschaft für den medizinischen Beruf ist auch Manfred Lautenschläger. Er kann an diesem Tag noch einen „Schützling“ begrüssen, denn als ein Vorbild für berufliches Engagement entpuppt sich auch Germanistik-Student Evgeniy Tsyganenko bei dem Treffen in der Handschuhsheimer „Olive“. Er ist Stipendiat der Lautenschläger-Stiftung und arbeitet seit drei Monaten in Heidelberg an seiner Doktorarbeit, die sich erstaunlicherweise mit der „sprachlichen Situation in Österreich“ beschäftigt.

Evgeniy Tsyganenko freut sich über die Fülle der Sekundärliteratur, die er in der Universitätsbibliothek findet, und versteht eigentlich nicht so recht, dass alle in der Runde ihn ob dieser Mammutaufgabe bewundern. Noch ein Beweis für Manfred Lautenschläger, dass sein Engagement Früchte trägt.

 

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