Hochkarätige Ärztinnen aus Simferopol hospitierten am Uniklinikum

if. Ohne Zweifel: Der Austausch ist etwas einseitig. Da besuchten in den letzten vier Jahren an die 30 junge oder auch etablierte Ärzte aus Simferopol Heidelberger Kliniken, um dann ihr frisches Wissen auf der Krim anzubringen, und was können die Mediziner aus der Partnerstadt mitbringen? „Intuition und Enthusiasmus“, sagen Prof. Olga Pritulo und Juniorprofessorin Tanja Filonenko und lachen. Zwei Wochen waren die beiden hochkarätigen Medizinerinnen jetzt in Heidelberg und hospitierten an verschiedenen Kliniken.

„Viel Neues gelernt“ hat Olga Pritulo, die Dermatologin und Prorektorin der Medizinischen Universität Simferopol, in der Hautklinik, aber auch im Ethianum oder in der Kinderklinik. Und von besonderem Interesse war für Tanja Filonenko das DKFZ. Sie ist die führende Pathologin auf der Krim. Ermöglicht werden die Kurzstipendien dank der Manfred Lautenschläger-Stiftung. Und der Sponsor traf sich jetzt mit den beiden Ärztinnen, dem Ärztlichen Direktor der Kinderklinik, Prof. Georg Hoffmann, der stellvertretenden Pflegedienstleiterin der Kinderklinik, Doris Verveur, und Magdalena Melter, der Vorsitzenden des Freundeskreises Heidelberg-Simferopol.

Was vor fünf Jahren mit der Unterzeichnung der Kooperationsverträge zwischen Frauenklinik, der Chirurgie und der Medizinischen Uni Simferopol begann, wurde jetzt noch einmal auf eine andere Stufe gestellt. Denn jetzt ist auch die Universität Heidelberg mit von der Partie. Einen entsprechenden Vertrag unterschrieb Heidelbergs Uni-Rektor Bernhard Eitel. Hilfe können die Studenten, Ärzte wie auch die Patienten auf der Krim dringend gebrauchen. Hier fehlt es oft am Nötigsten, seien es Geräte oder Medikamente. Von kostspieligen Thera-pien sind die Menschen dort weit entfernt. „Was wir hier in Heidelberg sehen, das ist für uns die Klinik der Zukunft“, lobt Olga Pritulo ihre Einblicke in den Klinikalltag.

Kämpfen für eine bessere medizinische Versorgung in Simferopol: Olga Pritulo, Tanja Filonenko, Manfred Lautenschläger, Magdalena Melter, Georg Hoffmann und Doris Verveur. Foto: Hentschel

Tanja Filonenko ist, wie ihre Kollegin auch, begeistert von der „Aufmerksamkeit und Pünktlichkeit der Ärzte“ und über ihr Fachwissen. „Bei uns gibt es für alles einen eigenen Spezialisten, hier sind die Ärzte wesentlich intensiver und umfassender ausgebildet. Ein einzelner Arzt beherrscht viele Felder“. Dankbar sind die beiden auch, dass histologisches Material in Zweifelsfällen in der Hautklinik untersucht werden kann, so, wie es auch schon in der Frauenklinik geschieht. Was die Ärztinnen auch erstaunte, ist, dass schon bei Kindern transplantiert wird. In Simferopol unmöglich. Wenn die Zwei ab Montag wieder an ihrem Arbeitsplatz in ihrer Heimatstat sind, dann im Bewusstsein, dass sie nicht alles Gesehene umsetzen können, aber sie werden alles tun, um den Patienten ein Stück weit besser helfen zu können. Ein Transporter mit medizinischen Hilfsgütern für das Kinderkrankenhaus in Simferopol ist schon gestern gestartet.

Quelle: http://www.rnz.de

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