Im Stuhlmuseum: Ausstellung „Haptische Holzkunst von der Krim“ mit Werken von Jurij Sacharow

pop. Mit „Haptischer Holzkunst von der Krim“ setzt das von der Wiedereingliederungshilfe der Evangelischen Stadtmission geführte Heidelberger Stuhlmuseum seine Ausstellungsreihe „Handwerkskunst aus Heidelbergs Partnerstädten“ fort. Zu sehen sind bis 30. Juni Werke des 1941 in Tula geborenen und seit Jahrzehnten auf der Krim lebendenHolzbildhauers Jurij Sacharow.

Im Alter von sechs Jahren hat er mit dem Zeichnen angefangen, wie Magdalena Melter vom Freundeskreis Heidelberg-Simferopol übersetzte. Schon damals sei er eine „mystische Beziehung zu Deutschland“ eingegangen, denn die Malstifte habe ihm ein sowjetischer Offizier geschenkt, der während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland gewesen sei. Alles in allem sei dies aber, blickt Sacharow zurück, ebenso eine schwierige Zeit gewesen wie jene durch die Stichworte „Perestroika“ und „Glasnost“ gekennzeichneten späteren Jahre des Umbruchs in der Sowjetunion.

Im Alter von 16 Jahren entschied sich Sacharow für die Kunst, wobei er von Anfang an die innere Überzeugung gehabt habe, dass er als Künstler eine ganz bestimmte Verantwortung zu übernehmen und ein „schweres Kreuz“ zu tragen habe. Schließlich erscheine der Mensch „auf der Welt nicht einfach so“.

Jurij Sacharow und Magdalena Melter freuen sich auf viele Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung am morgigen Freitag. Foto: pop

Jurij Sacharow und Magdalena Melter freuen sich auf viele Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung am morgigen Freitag. Foto: pop

Von 1968 bis 1973 absolvierte Sacharow ein Kunststudium in Odessa, unter anderem arbeitete er mit Materialien wie Walrossknochen und Horn. Für Holz habe er sich erst dann entschieden, als er in der Herstellung kleiner Kunstwerke Erfahrungen erworben habe. Sein Schaffen zeichnet sich durch Fantasie in Hülle und Fülle aus. Das trifft sowohl auf seine filigranen, enorm anschmiegsam wirkenden Figuren zu als auch auf seine „wilden“ Kreationen.

Dem Heidelberger Stuhlmuseum als Ausstellungsort erweist Sacharow Referenz durch die von ihm gestalteten, geradezu famosen Sitzgelegenheiten. Das von ihm verwendete Holz, das für ihn die „Erde mit dem Himmel verbindet“, bezieht er ganz überwiegend aus profanen Baumfällaktionen. Das heißt, er ist dann zur Stelle, wenn mitunter uralte Bäume Straßen und Häusern weichen müssen.

Info: Verkaufsausstellung Jurij Sacharow „Haptische Holzkunst von der Krim“, Stuhlmuseum, Plöck 16. Montag bis Freitag, 9-12 und 13-15.30 Uhr oder nach Vereinbarung (Telefon 149874 oder 0160/95615605. Vernissage: Freitag, 19. April, 17 Uhr.

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