Brief aus Heidelbergs Partnerstadt Simferopol auf der Krim – Violetta Tischina: „Unsere Freundschaft zählt mehr als jede Politik“

hob. Mit einem offenen Brief bedankt sich Violetta Tischina (Foto: Buchwald), Leiterin des Heidelberg-TischinaZentrums in Simferopol, bei allen Heidelbergern, die die Menschen in der Partnerstadt auf der Krim auch nach der Annexion durch Russland nicht vergessen haben. Elf Organisationen – darunter ehemalige Zwangsarbeiterinnen, Diabetiker, kinderreiche Mütter und andere Bedürftige – hätten wieder von der Heidelberger Stadtverwaltung zu Weihnachten etwas Geld erhalten. „Wir danken aber auch 57 deutschen Familien, die ihren Simferopoler Freunden gratuliert und materiell geholfen haben“, schreibt Tischina. „Besonders wertvoll für uns ist, dass Sie uns in dieser nicht einfachen Zeit nicht vergessen haben, dass unsere Freundschaft mehr zählt als jede Politik“, betont die Leiterin des Heidelberg-Zentrums.

Gerne hätten sich alle Simferopoler, die einen Weihnachtsbrief erhalten haben, persönlich bedankt. Doch noch immer kommen viele Briefe aus der Krim nicht in Deutschland an. Tischina: „Daher haben wir beschlossen, unseren Dank über die Zeitung zu äußern.“

Ohne den Einsatz der Heidelberger Freundeskreis-Vorsitzenden Magdalena Melter, die die Weihnachtsbriefe nach Simferopol brachte, und Mäzen Manfred Lautenschläger, der das Heidelberg- Zentrum seit Beginn maßgeblich finanziert, wäre all das nicht möglich. Diese Hilfe sei nicht nur für das Haus wichtig, sondern auch für ganz Simferopol, denn hier treffen sich nicht nur viele gesellschaftliche Organisationen von Alten, Kranken und Bedürftigen, sondern auch nationale Minderheiten wie die Krimdeutschen und die Krimtataren. Laut Tischina sei das Heidelberg-Zentrum ein „Haus, wo sich die Herzen erwärmen“.

Vieles habe sich auf der Krim nach der Annexion verändert – das meiste laut Tischina zum Guten. Natürlich gebe es noch einige Schwierigkeiten, vor allem bei der Neuausstellung von Dokumenten nach russischem Recht. Alle Renten und Gehälter mussten neu berechnet, Betriebe und Unternehmen, aber auch gesellschaftliche Organisationen neu registriert werden. Zudem gibt es nun eine andere Währung und ein neues Bankensystem. „Zum Glück haben wir aber die Möglichkeit, zu feiern, einfach zu leben, zu arbeiten, draußen zu sein, durch die Straßen zu gehen“, macht Tischina Mut. Sie weiß, dass der Umsturz auf der Krim auch hätte anders ausgehen können: „Wir alle leiden und weinen wegen der Tausende von getöteten Menschen in Donezk und Lugansk.“ Dort hätten so viele außerdem keine Bleibe mehr.„ Wir beten und hoffen, dass der Konflikt in der Ostukraine bald gelöst wird.“

Advertisements